Was Geld mit uns macht

Es ist wieder mal Mitte des Monats und der Blick auf den Kontoauszug verspricht nichts Gutes. Die Kreditkarte glüht und eine unerwartete Rechnung reißt ein Loch in die Kasse. Das Gefühl zu Geld und zu Zahlungsmitteln ist dank erfolgreicher Werbekampagnen der Großkonzerne derartig abgestumpft, dass sich beim Blick auf die Zahlen nicht auch nur ein Hauch von Emotionen breit macht.

Viele praktizieren heutzutage einen Spagat zwischen Kredit und Konsum. Ich frage mich, wie diese Art zu leben, die Stimmung in unserer Gesellschaft beeinflusst.

Geld regiert die Welt.

Die meisten Menschen wachsen im Schnitt eher in einfachen Verhältnissen auf. Auch wenn es meist an nichts mangelt, gibt es insgesamt oft keinen großen Spielraum. Der Kontrast wächst jedoch mit dem Alter. Gerade in Städten, in denen die Mieten hoch und die Dinge teuer sind, wird man meist täglich mit Klassenunterschieden konfrontiert. Während die einen nahezu alles besitzen, haben die anderen weniger bist nichts.
Die Medien gaukeln einem vor, das Leben bestehe ausschließlich aus Lifestyle und Luxus. Mit den oberen Zehntausend mitzuhalten ist für die meisten jedoch nicht so einfach. Ist der Stein erst einmal ins Rollen gebracht, führt eins zum anderen. Sämtlicher äußerer Einfluss motiviert einen quasi dazu, über seinen Verhältnissen zu leben. Leider wächst mit steigendem Alter auch die eigene Verantwortung und es entstehen neue Verpflichtungen. Neid und Frust sind nicht selten Begleiterscheinungen. An diesem Punkt kann es schnell dazu führen, dass man über seinen Verhältnissen lebt. Da Geld leider mehr subtilen Einfluss auf uns hat, als wir es gerne hätten, sollten wir uns bewusst gegen diesen gesellschaftlichen Druck stellen und damit anfangen, selbst über unser Glück zu entscheiden.

No income, no outcome!

Ich habe ein großes Verständnis für Menschen, die irgendwann resignieren, weil sie Tag ein und Tag aus damit beschäftigt sind, sich finanziell über Wasser zu halten. Wer keine oder nur wenig Mittel zur Verfügung hat, steht unter ständigem Druck. Alles dreht sich darum, die Lebenshaltungskosten irgendwie zu decken. Das tragische an dieser Situation ist, dass jegliches Erfolgserlebnis komplett ausbleibt. Die Motivation sinkt und es entsteht Unzufriedenheit.

Im Falle von Armut ernten die meisten kein Verständnis von ihren Mitmenschen. Personen, die sich nicht in der gleichen Situation befinden, können diese oft nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, es fällt ihnen schwer, sich mit fremden Problemen auseinander zu setzten. Stellen Sie sich vor, während Sie anderen dabei zusehen, wie diese fröhlich in den Urlaub fahren oder sich ein neues Auto leisten, sind Sie selbst in ständiger Sorge. All das nur, wegen Ihres unvorteilhaften Kontostandes. Dass so etwas langfristig an der Psyche nagt, ist wohl für die meisten nachvollziehbar. Für einen Außenstehenden ist es daher immer leicht gesagt, dass man etwas an seinem Leben ändern oder den Job wechseln soll. Nicht alle haben dieselben Optionen zur Verfügung. Wer kennt nicht auch diesen Satz: “Du musst einfach mal lernen zu sparen”. Vermutlich haben Sie ihn selbst schon einmal zu jemandem gesagt. Personen die ständig damit beschäftigt sind, dem Druck des Geldes Stand zu halten, werden vermutlich keine Energie und keinen Mut für neue Schritte übrighaben.

Auch wenn Geld alleine nicht zwangsläufig glücklich macht, kann es einem eine die enorme Last nehmen, in dauerhafter Abhängigkeit und ständiger Verpflichtung zu stehen. Es kann ziemlich zermürbend sein, jeden Tag zur Arbeit gehen zu müssen, nur um Rechnungen zu bezahlen. Im schlimmsten Fall geht es mit einem so lange bergab, bis man irgendwann aufgibt und komplett abschaltet.

Ich habe leider oft zusehen müssen, wie sich Menschen vor Sorgen den Kopf zerbrechen. Das ständige sparen und dauerhafte zurücknehmen führt zu einer Depression. Diese Niedergeschlagenheit wirkt sich nicht nur auf die mentale Verfassung, sondern langfristig auch auf den Charakter aus. Wenn kein Ausgleich zu dem ständigen Druck herrscht, bleiben oft nur negative Verhaltensmuster. Diese wiederum schrauben weiter an der Abwärtsspirale und wirken sich langfristig auch auf andere Lebensbereiche aus. An diesem Punkt hat Geld so viel Einfluss genommen, dass es ohne Hilfe kaum einen Ausweg mehr gibt.

Money, money, money — is so funny.

Im Idealfall sind wohlhabende Menschen frei von finanziellen Sorgen. Sie nutzen Ihre Position und entwickeln hierdurch ein starkes Selbstbewusstsein und mehr Mut. Diese Eigenschaften können äußert hilfreich sein, wenn man sein vorhandenes Geld gut reinvestieren möchte. Wer sich mehr trauen kann, da er bei einem Fehler nicht gleich in den Ruin fällt, kann einige Hürden etwas einfacher überwinden. Es gibt viele weitere Vorteile die einen positiven Einfluss auf das Leben nehmen können. Wer mehr finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung hat, kann z.B. die Bindung zu seinen Mitmenschen leichter pflegen. Sei es nur eine kleine Aufmerksamkeit unter Freunden oder ein gemeinsamer Abend im Restaurant. Das eigene Wohlbefinden lässt sich nahezu spielerisch auf seine Mitmenschen ausweiten. Wer genießt so eine kleine Aufmerksamkeit nicht?

Wir sehen also, mit der Sicherheit, die einem Geld geben kann, ist es in der Theorie möglich, positiver und vor allem Erfolgsorientierter zu handeln. Den größten Vorteil und als wirklichen Reichtum, sehe ich die mentale Belohnung, die durch Vermögen entsteht. Wer sich mehr leisten kann, wird sich in der Regel auch mehr gönnen und folglich insgesamt glücklicher sein. Kleine Geschenke an sich selbst fördern die Lebensfreude. Die Realität zeigt uns zwar, dass dem nicht immer so ist, jedoch hat wohlhabend zu sein, auf die meisten eher einen positiven Einfluss auf das eigene befinden.

Welchen Einfluss hat Geld insgesamt auf uns?

Ich persönlich glaube daran, dass Glück und glücklich zu sein, eine Frage der Einstellung ist. Man kann mit oder ohne finanzielle Sicherheit zufrieden sein. Leider spielt für die meisten überwiegend der Kontostand eine Rolle, wenn es um das eigene Wohlbefinden oder die Ursache von Unzufriedenheit geht.

Ich finde es an dieser Stelle notwendig, dass man sich selbst bewusst macht, wie wichtig die eigene Einstellung ist. Auch wenn jeder individuell mit Tiefschlägen umgeht und es immer wieder neue Herausforderungen im Leben geben wird, müssen wir uns bewusst machen, dass Geld keinen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben sollte. So lange wir uns dessen nicht bewusst sind, so lange sind wir Sklaven von Konsums und Besitz und genau so lange nimmt dieser entweder positiven oder negativen Einfluss auf uns. Weder Geld noch ein Leben in Armut führen zur eigenen Zufriedenheit. Der aus meiner Sicht wichtigste und einzige Faktor für Glück und Erfolg, ist nichts oder niemand Geringeres, als ganz alleine DU SELBST!